Neue Produktionshalle der Getzner Textil Weberei GmbH in Gera eröffnet

Das österreichische Familienunternehmen Getzner bleibt Gera treu. Der Textilhersteller hat fast 50 Millionen Euro im Gewerbegebiet Zoche direkt am Flughafen Leumnitz investiert. Mit 12 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Thüringen das Projekt. Entstanden ist ein großzügiges neues Produktions- und Verwaltungsgebäude, in dem sich die Bedingungen für die 220 hauptsächlich neuen Mitarbeiter erheblich verbessern. Am bisherigen Standort in Zwötzen wurde bis jetzt weiterproduziert, in den nächsten Wochen werden die 60 Webmaschinen in die neue Weberei im Gewerbegebiet Zoche verlagert.

Vor gut 20 Monaten, im Februar 2015, wurde mit dem Bau des neuen Produktions- und Verwaltungsgebäudes begonnen. Bereits im Dezember konnten die ersten Maschinen in Betrieb gehen. Der vierte und damit letzte neue Websaal wird in den nächsten Wochen installiert. Hier werden künftig hochwertige Damaststoffe aus Jacquardgewebe hergestellt. Diese sind vorwiegend für den Markt in Afrika bestimmt.  Damit wird der Standort Gera gestärkt. Ab 2017 sollen jährlich 11,5 Millionen Laufmeter Afrika Bekleidungsdamast pro Jahr produziert werden, bislang waren es 3,5 Millionen. Damit decken die Mitarbeiter in Gera  ein Drittel der gesamten Baumwollproduktion der Getzner-Textilgruppe in Zukunft ab.

Zum neuen Areal  direkt am Flughafen Gera-Leumnitz gehört neben der Weberei auch ein Vorwerk und die nötige Infrastruktur wie Warenschautische, Druckluftstationen, Klimaanlagen und Werkstätten. Die Arbeit an den Außenanlagen sollen spätestens im Frühjahr abgeschlossen werden.

Der Textilhersteller Getzner hat knapp 50 Millionen Euro in das neue Gebäude im Gewerbegebiet Zoche investiert. 240 Jacquard-Webmaschinen werden hier Tag und Nacht im Einsatz sein. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich von einst 70 auf aktuell 205 erhöht. Die Männer und Frauen werden in Gera nach Tarif bezahlt. Aber der Bedarf an Fachkräften ist noch immer nicht gedeckt. Wir suchen weitere 15 Textilfachkräfte mit dem Spezialgebiet Weberei, sagte der Vorstandsvorsitzende der Getzner Textil AG, Josef Lampert.

Lampert lobt die Zusammenarbeit mit dem Land Thüringen und der Stadt Gera als vorbildlich. Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn hat sich von Anfang an für die Industrie-Großinvestition in Gera stark gemacht. Sie sprach von einem „Glücksfall“ für die Stadt.

Der Freistaat unterstützt den Werksneubau mit zwölf Millionen Euro aus dem Fördermitteltopf zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. „Die Investition knüpft an eine große wirtschaftliche Tradition an und ist deswegen besonders begrüßenswert“, erklärte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.  Er war nicht nur zur Einweihung am vergangenen Mittwoch, sondern bereits zum Spatenstich in das Gewerbegebiet Zoche am Flugplatz Gera-Leumnitz gekommen.

Nach der Übernahme der insolventen Weberei Gera GmbH im Jahr 1997 hat der österreichische Familienbetrieb am Standort in der Langen Straße – auf modernstem Niveau – Stoffe produziert. Kontinuierlich war das denkmalgeschützte Gebäude ausgebaut worden. Allerdings reichte der Platz schon bald nicht mehr aus. Mit der Ausrichtung auf ein neues Produkt wurde 2014 auch die Erweiterungsinvestition im Gewerbegebiet Zoche beschlossen.

Den bisherigen Geraer Standort in Zwötzen wird Getzner nicht aufgegeben. Erst soll in den Räumen ein Stofflager eingerichtet werden, später ist eine Gebäudeerneuerung geplant. Hier könnten dann technische Gewebe produziert werden, beispielsweise für die Autoindustrie, erklärte Lampert. Dieses neue Projekt in Gera soll voraussichtlich 2017/18 in Angriff genommen werden.

Weitere Bilder der Feier werden folgen: