Fernwärme durch Abwärmenutzung

Bereits im Jahr 2000 startete Getzner mit den Vorbereitungen zur Umsetzung der Abwärmenutzung: ein nachhaltiges Projekt bei dem heute von einer dreifachen Win-Win-Situation für die Umwelt, die Abnehmer und Getzner als Energielieferant gesprochen wird.

Im Jahr 2001 wurde ein Fernwärmenetz realisiert, das zahlreiche öffentliche Gebäude in der unmittelbaren Umgebung des Firmensitzes versorgt. Getzner übernahm die Kosten für den Anschluss der Abnehmer bis zur Einbindung in die bestehenden Heizungsanlagen, die auf Wunsch für eventuelle Notfälle erhalten bleiben sollte.

Das Netz besteht heute aus 900 Metern Trasse, das sechs Abnehmer mit einem Bedarf von jeweils 50 bis 750 kWh Wärmeleistung versorgt. Bei Getzner gibt es zwei Abwärmequellen: Kompressoren und Rauchgaswärmetauscher der Dampfkesselanlagen. An Wochenenden, Feiertagen und zu Spitzenzeiten erfolgt die Wärmeversorgung aus dem betrieblichen Dampfnetz mittels Dampf-Wasser-Wärmetauscher. Vom gesamten Wärmeeintrag werden jährlich 3,2 GWh intern genutzt und der Rest für öffentliche Gebäude zur Verfügung gestellt.

 

 

Prämiertes Projekt: Effizienzsteigerung im Druckluftsystem

Das Energieeinsparungsprojekt „Optimierung der Druckluftanlage“ wurde 2014 von „klimaaktiv“ ausgezeichnet. Durch gezielte Maßnahmen wurde der Stromverbrauch der Druckluftanlage um ein Viertel reduziert und es können jährlich rund 1.100.000 kWh eingespart werden.

Ausgangssituation
Im Betrieb wird Druckluft für Druckluftwebmaschinen verwendet und die Versorgung muss an 365 Tagen im Jahr gesichert sein. Die  Druckluftversorgung gilt als „Schlüsselmaschine“ und ihr Einsatz muss zu 100 % gesichert sein. Der jährliche Stromverbrauch beträgt circa 5,5 GWh, die Betriebsstunden der Kompressoren belaufen sich im Jahr auf circa 30.500.

Der Druck im gesamten Netz beträgt 7 bar, wobei für die Weberei ein Druck von 5,5 bar und für das Heizhaus ein Druck von 6,5 bar ausreichen. Der durchschnittliche Druckluftbedarf beträgt 85 Nm³ pro Minute. Zwei  Druckluftstationen speisen in ein System ein. In der Station Weberei sind fünf Kompressoren, die mitteles eines „Air Managers“ gesteuert werden. Alle Kompressoren sind mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Abwärme wird dem Heizungsnetz zugeführt.

 

Durchgeführte Maßnahmen
Das bisher von beiden Druckluftstationen gemeinsam versorgte Netz wurde getrennt und das Druckniveau für die Station Weberei auf 5,5 bar und die Station Heizhaus auf 6,5 bar angepasst. Die bestehende Regelung wurde optimiert und eine Wärmerückgewinnung für die neuen Kompressoren installiert. In der Station Weberei wurde ein neuer effizienter Kompressor mit Wärmerückgewinnung installiert. Die bestehenden Kompressoren blieben als Redundanz für die Sicherstellung der Druckluftversorgung und für Spitzenlastabdeckung erhalten.

Der Druckluftbedarf im Hochdrucknetz wird nun nicht mehr von der Station Weberei mitversorgt, sondern ausschließlich von der Station Heizhaus abgedeckt. Da auch dieser Bereich ausfallsicher sein muss, wurden die Kompressoren erneuert. Die Steuerung wurde für die neuen Kompressoren installiert und für bestehende Kompressoren angepasst. Die neuen Kompressoren sind mit Wärmerückgewinnung ausgestattet und wurden in das Heizungssystem eingebunden, um die Abwärme zu nutzen.